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Digitaler Stress wird immer stärker - Warum die richtige Digitalisierung uns Arbeit abnehmen und nicht aufbürden muss

Hamburg, 27. November 2018 - Von Carsten Hennig

Wenn digitale Medien uns noch mehr Stress bereiten, ist Digital Detox angesagt! Wie digitaler Stress im Arbeitsleben zunimmt, hat eine neue Studie der Boeckler Stiftung beziffert. Die digitale Transformation verlangt sowohl von Führungskräften als auch allen weiteren Mitarbeitern erhebliche Willens- und Schaffenskraft zur Flexibilisierung ab. Dabei stehen nicht nur das Aneignen neuen, digitalen Anwendungs-orientiertes Know-how im Fokus, sondern auch tiefgreifende Umorganisation, da die Digitalisierung für eine nachhaltige Veränderung nahezu aller Arbeitsprozesse führt. Kurzum: Alles neu, alles anders - und dies schafft neuen, digitalen Stress.

 

Digitalisierung in Sachen Meetings & Events muss Arbeitserleichterung schaffen! Überprüfen Sie neue Tools & Systeme nach diesen Kriterien:

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Unter anderen geht es um den wiederentdeckten Arbeitsmodus "Deep Work“: "Unterbrechungsfreies konzentriertes Arbeiten ist der Schlüssel zu tiefgehenden kreativen Gedanken. Durch das gestiegene Tempo in der digitalen Welt erreichen wir ihn aber kaum noch, ohne uns diszipliniert zurückzuziehen. Wir dürfen diesen Zustand jedoch nicht vernachlässigen, sondern müssen Räume und Gelegenheiten schaffen, die Deep Work begünstigen“, bringt es Prof. Hartmut Schulze, Leiter des Instituts für Kooperationsforschung und -entwicklung an der Fachhochschule Nordwestschweiz, auf den Punkt. 

Wie Mitarbeitende mit den komplexen Anforderungen in der neuen Arbeitswelt und dem "Immer und Überall"-Verfügbarsein umgehen können, erklärte Prof. Thomas Rigotti, Professor für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz: "Jeder vierte Arbeitnehmer verzichtet auf Pausen, jeder dritte schöpft seinen Urlaubsanspruch nicht aus. Der Einsatz moderner Technik verspricht uns zwar Zeitersparnis, raubt uns aber die Zeit". Umso wichtiger seien Pausen, die in den Alltag integriert werden sollten, um Körper und Biosystem leistungsfähig zu erhalten. "Man muss Räume und Zeiten finden, um abzuschalten, Neues zu erlernen und Sinnstiftendes zu tun".

Digital Detox: Wie die Deutschen abschalten

66 Prozent der Deutschen haben ihr Smartphone immer bei sich. 64 Prozent schauen vor dem zu Bett gehen noch mal auf ihr mobiles Endgerät und 58 Prozent lesen Nachrichten per SMS oder Whatsapp sofort. Und gleichzeitig fühlt sich jeder Vierte gestresst von dem Gefühl, ständig erreichbar sein zu können. Wann schalten die Deutschen ab und warum? In der neuen Trendstudie „b4p trends“ analysiert die GIK (Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung) wie die Deutschen zum Thema "Digital Detox" stehen.

Stress lass nach! Neun von zehn Deutschen geben an, sich in ihrem Alltag gestresst zu fühlen. Top-Stressfaktoren sind: der Job (44 %), die Ansprüche an sich selbst (bei Frauen 41%, bei Männern 33%) - und das Gefühl, ständig erreichbar sein zu müssen (24%). Vor allem junge Menschen beschäftigt dabei die Angst etwas zu verpassen, die sogenannte "Fear of Missing Out" ("FOMO"). 14 Prozent verbinden das Gefühl, etwas im Internet oder in den sozialen Netzwerken nicht mitzubekommen mit emotionalem Stress. Auch die rasante digitale Entwicklung in der heutigen Zeit ist für die Deutschen insgesamt ein Stressfaktor: 15 Prozent fühlen sich davon unter Druck gesetzt.

Digital: Ja, aber bitte nicht so schnell! Die Mehrheit der Bevölkerung (74%) ist der Meinung, dass die Digitalisierung ihnen den Alltag erleichtern kann. Trotzdem hat immer noch mehr als die Hälfte der Deutschen mit der Geschwindigkeit dieses Fortschritts zu kämpfen. 55 Prozent der Befragten geht die Digitalisierung zum Teil zu schnell und ein knappes Viertel (23%) fühlt sich davon sogar überfordert. Zwei Drittel der Befragten befürchten außerdem, dass die Digitalisierung Stresskrankheiten begünstigt und zwischenmenschliche Beziehungen negativ beeinflusst.

Smartphone aus! Zwei Drittel haben's schon probiert… Einen Zusammenhang gibt es dabei zwischen den Personen, die sich durch ihre eigene Verfügbarkeit mehr gestresst fühlen und dem Nutzen des Smartphones. Die Befragten, die unter Stress leiden, beschäftigen sich sowohl nach dem Aufstehen als auch vor dem Zubettgehen häufiger mit ihrem Smartphone als diejenigen, die sich nicht gestresst fühlen. Sie verspüren außerdem eine innere Unruhe, wenn sie ihr Handy nicht bei sich haben. Kurz gesagt: Wer mobil "always on" ist, macht sich offenbar selbst mehr Stress. Um zu entstressen, haben es bereits zwei Drittel der deutschen Mobile-Nutzer mit Digital Detox versucht. Dabei verzichten 40 Prozent der Befragten regelmäßig für einige Stunden pro Tag auf die Nutzung von Smartphones, Tablets & Co. In dieser Gruppe hat bei den über 50-Jährigen fast jeder Zweite schon einmal das Handy beiseitegelegt, bei den 14- bis 29-Jährigen ist es immerhin noch etwa jeder Dritte (31%).

Digital-Detox als Zeit-Geschenk! Mehr Zeit für die Familie (49%) und für sich selbst (44%) haben: Das sind die Top-Gründe fürs "Abschalten". 42 Prozent der Mobile-Abstinenzler möchten dadurch stärker in der "realen" Welt leben. Allerdings: Eine Woche ohne Smartphone auszukommen, können sich dann doch "nur" 36 Prozent vorstellen. Zum Vergleich: 84 Prozent könnten auf Fast Food und 83 Prozent auf Alkohol verzichten. Und was hilft den gestressten Deutschen im Zeitalter der Digitalisierung generell zu entspannen? Laut b4p trends sind dies Musik hören (65%), Freunde treffen (53%), in die Natur (51%) oder medial Offline gehen - unter anderem zum Beispiel mit Lesen (47%).

Digitale Medien stressen mehr als jeden dritten jungen Bundesbürger - Jedes zweite "Stress-Opfer" sieht sich außer Stande, etwas gegen den Druck digitaler Medien zu tun

Obwohl sie in die Welt des Internets hineingeboren wurden, empfinden auch jüngere Bundesbürger digitalen Stress: 36 Prozent der 14- bis 34-Jährigen fühlen sich durch digitale Medien unter Druck gesetzt. Interessanterweise sind Männer mit 38 Prozent sogar etwas stärker betroffen als Frauen (34 Prozent). Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie "Zukunft Gesundheit 2018" der Schwenninger Krankenkasse und der Stiftung "Die Gesundarbeiter". Mehr als 1.000 Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland zwischen 14 und 34 Jahren wurden dafür befragt.

Stress durch digitale Medien wird vor allem ausgelöst durch die vielen Ablenkungsmöglichkeiten wie Blogs, Videos und Chats in sozialen Netzwerken. 67 Prozent können sich diesen nach eigenen Angaben nicht entziehen. Unter Druck gesetzt sehen sich mehr als 50 Prozent auch durch die allgemeine Informationsflut, ausgelöst beispielsweise durch Push-Nachrichten, Mails und Newsletter.

Besonders alarmierend: Gleichzeitig bekennt fast jeder zweite digital Gestresste, dass er kaum Möglichkeiten sieht, etwas dagegen zu tun. Besonders hilflos in dieser Hinsicht sind Männer. Sehr viel häufiger als Frauen geben sie an, "ständig" für ihren Arbeitgeber oder Ausbilder erreichbar sein zu müssen. Dasselbe gilt für "erzwungenes Online-sein" in der Freizeit, ausgelöst durch Belohnungen oder Prämien, die etwa durch Online-Spiele für längeres Dranbleiben in Aussicht gestellt werden.

Frauen dagegen klagen deutlich stärker über die ständige Erreichbarkeit für Freunde und Familie. "Daran wird deutlich, dass es offensichtlich immer noch die Frauen sind, die die Hauptlast der Familienorganisation und der Beziehungspflege zu schultern haben. Verstärkend kommt der Trend hinzu, jederzeit und sofort auf Nachrichten reagieren zu müssen", sagt die Gesundheitsexpertin der Schwenninger, Dr. Tanja Katrin Hantke.

Am häufigsten äußert sich digitaler Stress bei den Betroffenen durch Müdigkeit aufgrund von Schlafmangel. Fast 70 Prozent der Frauen sind davon betroffen. Erschöpfung und Gereiztheit sind weitere Symptome, die die Hälfte der betroffenen Frauen und Männer beklagen.

Die Studie zeigt, wie sich Stress durch digitale Medien vermeiden lässt. "Der Schlüssel dazu sind ganz klar häufigere digitale Auszeiten", stellt Dr. Hantke fest. So genehmigen sich von den digital Gestressten nur 56 Prozent digitale Auszeiten, von den nicht Gestressten hingegen 73 Prozent. "Hier gilt es anzusetzen und sich konsequent Freiräume zu schaffen, in denen andere Dinge im Vordergrund stehen als die Nachricht einer Freundin, die Push-Meldung mit neuesten Nachrichten oder ein schneller Post auf Instagram. Die wichtigste Auszeit aber ist unsere tägliche Nachtruhe", so die Ärztin. Ihr Tipp: "Richten Sie Ihrem Smartphone einen festen Schlafplatz außerhalb des eigenen Schlafzimmers ein. Dort wird es dann spätestens vor dem zu Bett gehen deponiert - und schläft ohne Unterbrechung bis zum nächsten Morgen."


Fotos: Alan9187/Pixabay - Alexis/Pixabay - Merck Healthcare, gettyimages / skynesher

Infografik: Hubert Burda Media/GIK / b4p trends

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