Beispiel Titel

Auffallen um jeden Preis: Gekaufte Auszeichnungen sind so öde - Daran erkennen Sie "gekaufte Preise"

Hamburg, 15. November 2018 - Von Carsten Hennig

Im "heißen Herbst" der Tagungen und Award-Verleihungen fällt auf: Tolle Partys, viel Geheische, aber bleiben wird davon nichts. Gerade die Marketing-verwöhnte Hotellerie ist anfällig für gekaufte Preise, die schon ein Jahr ium Voraus verhandelt werden. Da gibt es im Hintergrund sogar regelrechtes Geschacher: Wenn das eine Haus nicht die Topauszeichnung bekomme, dann doch wenig die Prämierung in einer unteren Kategorie. Dafür zahlt die Hotelkette bereitwillig die fünfstellige Marketinggebühr, schmeißt die sündhaft teure Party samt Cost und Logis für B-Promis und darf sich dann halt mit einem weiteren Türschild schmücken.

Das Geschäft läuft seit Langem gut und manchmal immer günstiger. Schließlich muss auch die verderbliche Ware "Auszeichnung" noch serviert werden solange sie "heiß" - sprich: irgendeine Aufmerksamkeit erregt - ist. Dass dahinter so manchmal ein Schmierenstück steckt, ist vielen nicht bewusst. So wurden bei einer ach, so angeblich renommierten Preisverleihung in einem Luxusresort in Südspanien kurz zuvor die Blechschilder mit goldener Farbe besprüht und zusammengeklebt, damit bei der Bühnenshow irgendetwas im Scheinwerferlicht funkelt.

Ehrliche und damit ist gemeint: unbestechliche Auszeichnungen müssen somit noch stärker auf Authentizität und Transparenz setzen: Erläuterung der Bewertungskriterien und lückenlose Darlegung des Nominierungsverfahrens (ohne "Anmeldegebühren", versteht sich), Vorstellung der Juroren und Glaubhaftmachung derer Fachkompetenzen, mutige Entscheidungen wie z.B. auch finanzschwachen Underdogs oder "Hidden Champions" Awards zu verleihen (um darzulegen, dass nicht alles Award Business sein muss).

Daran erkennen Sie "gekaufte Preise":

  • Preisverleihung wider Willen, d.h. Auszeichnung ohne vorherige Bewerbung (bezahlt wurde zuvor mit Provisionen o.ä.)
  • Keine Informationen zu Bewertungskriterien
  • Alibi-Jury mit ehemaligen Preisträgern
  • Krpytisch-lange Bezeichnungen, um irgendeine Marketingnische im Award Business zu füllen
  • B- und C-Promis und kurvige Schönheiten auf allen Fotos
  • Anmeldegebühren für Bewerber
  • Nominierte sollen "Kontaktanfragen" an die Verkaufsabteilung richten
  • Kaum bzw. keine aktive Pressearbeit, weil sowieso keine Redaktion über den gekauften Preis berichten würde
  • Preisverleihungs-Abend als Lückenfüller bei einer zweitklassigen Tagung

(tbc)

  

Foto: Maklay 62 / Pixabay

 

 

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